Fasten – Eine Woche voller Wunder

In einer Woche Fasten passiert so viel, mit unserem Körper und unserer Seele – der Versuch eines Tagebuchs.

 

#Fastentag1 – Von Wundern und Ankommen

Der Schwerpunkt am ersten Fastentag liegt ganz klar im Ankommen: Wir haben uns während der Umstellungstage gedanklich und körperlich auf die folgende Fastenzeit eingestellt, und mit dem Abführen am ersten Tag erfolgt nun der Break – es beginnt etwas ganz neues. Auf körperlicher Ebene sorgt das Abführen dafür, daß der Körper die Verdauung größtenteils einstellt, und auf innere Ernährung umstellt. Das Abführen ist das Startsignal für eine wundersame Veränderung in unserem Körper, bei dem fast sämtliche Stoffwechselvorgänge ihre Funktion umstellen – was da geschieht und daß unser Körper dazu in der Lage ist, ist nichts weniger als ein Wunder.

In den nächsten Tagen wird unser Körper Fett in Zucker zurückverwandeln, und damit unsere „Betriebsfähigkeit“ aufrecht erhalten. Diese Umstellung auf innere Ernährung (Gluconeogenese genannt) lässt nicht nur die Fettpölsterchen schmelzen, sondern versorgt uns auch mit etwa 1200 Kalorien am Tag – obwohl wir keinen einzigen Bissen zu uns nehmen.
Darüber hinaus werden Mikroentzündungen repariert (die eine große Rolle bei der Entstehung von Tumoren spielen), Gefäße von Anlagerungen gesäubert (weshalb regelmäßiges Fasten der beste Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen überhaupt ist) und die Hormonausschüttung von Stress auf Entspannung gepolt. Außerdem können sich alle Organe (bis auf die Leber, die während des Fastens Höchstleistungen vollbringt UND sich dabei trotzdem komplett regeneriert – sagte ich schon daß das alles ein Wunder ist?!) erholen und Reparaturarbeiten vornehmen – alles das, wozu sie im normalen Betrieb eben nicht kommen, weil sie da andere Dinge zu tun sind.

Ich nehme für diese Vorgänge immer gern dieses Bild zu Hand: Stell dir vor, du würdest eine Woche lang keine neue Arbeit auf den Schreibtisch bekommen, und hättest keine anderen Termine, Konferenzen usw. – sondern könntest ganz in Ruhe abarbeiten, was sich da im Laufe der Zeit angesammelt hat. Du hättest Zeit deine Ablage in Ordnung zu bringen, mal richtig aufzuräumen und Staub zu wischen – und für einen entspannten Schnack mit den Kollegen ist auch ausreichend Zeit.

Klingt gut, oder? Genau das ist Fasten für den Körper.

Und die Auswirkungen sind enorm: Durch die Regeneration der Schleimhäute im Darm (wo ein Großteil unseres Immunsystems sitzt), erhöht sich unsere Abwehrleistung extrem. Die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse erholen sich sogar so sehr, daß zuvor insulinpflichtige Typ II-Diabetiker nach dem Fasten oft kein Insulin mehr brachen – und auch hier ist Fasten die beste Prophylaxe überhaupt (neben einer entsprechenden Ernährung natürlich).
Darüber hinaus hat der Körper massig Gelegenheit, ganz viele Säuren auszuscheiden, da während des Fastens keine neuen dazu kommen.

Es passieren noch weitaus mehr fantastische Dinge in unserem Körper, während wir fasten – und alle zusammen führen dazu, daß wir uns nach dem Fasten wie neugeboren fühlen: Leichter, frischer, energiegeladen; wir können besser denken und haben bessere Laune.

Aber noch viel viel großartiger als all das, sind die Vorgänge, die in unserem Inneren passieren während des Fastens. Und auch hier ist das Abführen am ersten Tag so wichtig und entscheidend: Es macht uns leer, und damit innerlich Platz für all die wundervollen Dinge, die während des Fastens zu uns kommen wollen. Es gibt in vielen Religionen und bei vielen spirituellen Praktiken das Bild vom Gefäß das wir sein sollen: Nur wenn es leer ist, kann das Universum, kann Gott auch etwas hineinlegen.

Und je mehr wir beim Fasten von unserem inneren Ballast loslassen, desto leerer wird dieses Gefäß – und umso mehr an neuem kann uns geschenkt werden.

Und wenn der Rhythmus weg fällt, den die regelmäßigen Mahlzeiten uns vorgeben, entsteht ganz viel Zeit und Raum für unseren ureigenen, inneren Rhythmus; Zeit, um auf unsere innere Stimme zu lauschen und auf die wundersamen und wertvollen Dinge, die sie uns zu erzählen hat. Fasten ist eine Zeit, die ganz bewusst nur für UNS ist, in der wir nein sagen zu ganz vielen Dingen im Außen – und dafür umso lauter JA zu uns selbst.

 

 

#Fastentag2 – Warum es für unseren Körper ganz natürlich ist zu fasten

Ab dem zweiten Tag ist die körperliche Seite des Fastens im Grunde ein totaler Selbstgänger – schließlich ist jede unserer Körperzellen, die das Wissen um unsere komplette Entwicklung vom Neandertaler bis heute gespeichert haben, mit dem Zustand des Fastens wunderbar vertraut.

Unsere frühesten Vorfahren sind vor etwa 30.000 Jahren ausgestorben – und wirklich regelmäßig genug zu essen haben wir erst seit ein paar hundert Jahren. Vorher (und in vielen Teilen der Welt noch immer) gab es immer wieder Perioden, ob jahreszeitlich bedingt oder z.B. durch Kriege, Dürren oder Überflutungen, in den nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung stand.

Der Zustand, nichts oder nur wenig zu essen zu haben, ist unseren Zellen also wesentlich vertrauter, als das Übermaß von heute. Und viel gesünder ist es auch! Erst mit dem Übermaß an Nahrung haben die Zivilisationskrankheiten Einzug in unser Leben erhalten, und auch aus dem Tierreich wissen wir, daß die Lebewesen, die regelmäßig fasten (z.B. weil sie Winterschlaf halten), besonders alt werden.

Einzig unser Kopf stellt sich oft quer bei der Vorstellung, freiwillig auf Nahrung zu verzichten – die meisten Menschen, die mit den Vorteilen des Fastens noch nicht vertraut sind, fragen sich unwillkürlich erstmal: „Warum zur Hölle sollte ich das tun?!“

Und die Frage ist ja auch verständlich – schließlich ist Essen sowohl gesellschaftlich als auch emotional ein absolut riesiger Bestandteil unseres Lebens. Es teilt unseren Tag ein, es ist gemütlich, erleichtert Gespräche, nährt, tröstet – und schließlich brauchen wir die Kalorien aus der Nahrung ja auch, um zu funktionieren! Viele haben deshalb spontan die Assoziation, daß sie ohne Nahrung wie ein Auto ohne Benzin sind – antriebslos. Und schließlich hat ja jeder schon mal erlebt, wie schlecht gelaunt und zitterig er wurde, als er ungeplant eine Mahlzeit ausfallen lassen musste – das kann doch nicht gesund sein!

Tatsächlich aber hat Fasten weder etwas mit Hungern zu tun, noch mit Unterzuckerung – sondern ist ein ganz eigener Stoffwechselvorgang, bei dem fast sämtliche Funktionen im Körper umgestellt werden. Eine Mahlzeit ausfallen zu lassen oder Diät zu machen, hat damit überhaupt nichts zu tun.

So verspürt man – sofern man richtig abgeführt hat – beim Fasten in der Regel auch keinen Hunger. Da der Darm vollständig entleert ist, wird kein Zucker mehr ins Blut resorbiert – darum steigt der Blutzuckerspiegel nicht an, und kann folglich auch nicht abfallen. Außerdem haben wir durch die Umstellung auf innere Ernährung ca. 1200 Kalorien am Tag zur Verfügung – was, wenn man nicht gerade ein Bauarbeiter ist oder sonst wie schwer körperlich arbeitet, absolut ausreichend ist.
Hinzu kommt, daß der Körper normalerweise einen Großteil der ihm zur Verfügung stehenden Energie für die Verdauung aufbraucht – fällt die weg, haben wir also sogar noch mehr Energie zur Verfügung als sonst. Das kann sich u.a. dadurch bemerkbar machen, daß wir weniger Schlaf brauchen als sonst – ich bin heute z.B. schon seit 5 Uhr wach.

Die Stille und die Zeit nur für mich habe ich unglaublich genossen – und war dabei unglaublich produktiv. Denn wenn wir innerlich leer sind, kann auch alles viel leichter fließen in uns – und da auch in den Gehirngefäßen Ablagerungen abgebaut werden, sind wir zudem kreativer und können besser denken!

Solltest du also bisher vor einer Fastenkur zurückgeschreckt sein, weil du Sorge hattest ob du das „kannst“ – nur Mut, klar kannst du! Und es wird eine absolut tolle, bereichernde Erfahrung für dich sein! 

Wenn du dir dafür Unterstützung oder weitere Informationen wünscht, sprich mich gerne an!

 

#Fastentag3 – Warum Waagen im Grunde überflüssig sind

Die Tatsache daß man beim Fasten in relativ kurzer Zeit relativ viel Gewicht verlieren kann (bei mir sind es nach dem dritten Fastentag jetzt 3Kg), ist natürlich ein toller Benefit – auch wenn man einen Teil davon nach dem Fasten wieder zunimmt, alleine schon deshalb weil der Darm sich wieder füllt. Aber der Großteil der verlorenen Pfunde bleibt tatsächlich weg – denn anders als bei einer Diät gibt es beim Fasten keinen Jojo-Effekt!

Denn Fasten IST eben keine Diät, darum geht der Körper nicht in den Notfallmodus und reagiert auch nicht mit panischem „Extra-Einlagern“ von Fett, sobald es wieder etwas zu essen gibt.

Je mehr man vor Beginn des Fastens wiegt, desto mehr Kilos verliert man auch in dieser Zeit – als ich noch sehr dick war, waren es etwa 10Kg in einer Fastenwoche, von denen etwa sieben dauerhaft weg geblieben sind. Je geringer das Anfangsgewicht ist, desto weniger Gewicht wird man auch verlieren – weil der Körper immer nur abgibt, was er zu viel hat. Darum ist Fasten auch für schlanke, bzw. dünne Menschen überhaupt kein Problem – sie werden durchs Fasten nicht noch dünner werden.

Was ich durchs Fasten aber absolut eindrucksvoll gelernt habe, ist daß das Thema „Gewicht“ sowieso eine rein energetische Geschichte ist – und seitdem bin ich so dermaßen frei davon, mich von ein paar angezeigten Zahlen in irgendeiner Weise beeindrucken oder verrückt machen zu lassen, und ich LIEBE es!

Eine Freundin von mir, hochgewachsen und so schlank, daß sie absolut nichts an Körperfett abzugeben hatte, hat z.B. während des Fastens neun (!) Kilo auf der Waage verloren – während sich an ihrem Umfang absolut nichts verändert hat.

Ich wiederum habe bei einer Fastenkur, bei der ich unglaublich viel inneren Ballast losgelassen habe, lediglich drei Kilo abgenommen – aber meinen Umfang um zwei Kleidergößen reduziert.

Eine Patientin schrieb mir nach einer Behandlung (bei der sie ein altes Thema aufgelöst und losgelassen hat), daß sie sich zu Hause auf die Waage gestellt hat und ein halbes Kilo leichter war als morgens.

Und in Zeiten, in denen wir (emotional) viel zu tragen haben, können wir durchaus mehr wiegen als sonst.

Die Zahl auf der Waage sagt letztlich nichts aus, darum sollten wir uns davon auch nicht verrückt machen lassen. Das was wirklich zählt, ist einzig und allein das Körpergefühl – denn was bringt es mir, wenn die Waage einen gewünschten Wert anzeigt, ich mich aber immer noch völlig unwohl mit mir selbst fühle?

Darum ist Fasten auch so viel mehr als Abnehmen – weil es im Gefühl so viel ändert; weil wir leichter sind nach dem Fasten, egal was die Waage anzeigt. Mehr bei uns, ganz angekommen und so mit so vielem im Reinen.

Und wer dieses Gefühl einmal hatte, der will es einfach immer und immer wieder erleben.

 

 

#Fastentag 4 – Vom unbezahlbaren Nutzen des Fastens für unsere Gesundheit

Heute mal ein Filmtipp!

Wenn man verstehen will, wie absolut großartig Fasten und wie unbezahlbar der Nutzen für unsere Gesundheit ist (vom Nutzen für unsere Seele mal ganz abgesehen), empfiehlt sich die fantastische Arte-Dokumentation „Fasten & Heilen – Altes Wissen und neue Forschung“.

In diesem großartigen Film wird auf sehr unterhaltsame und spannende Weise erklärt, was beim Fasten im Körper geschieht, warum es kaum eine Erkrankung gibt, die unter dem Fasten nicht signifikant besser wird – und warum man damit sogar Krebszellen bekämpfen kann.

Wenn es eine Pille gäbe, die all das bewirken könnte was Fasten tut – sie wäre MILLIONEN wert, wenn nicht unbezahlbar.

Gut daß wir sie nicht brauchen.

https://www.youtube.com/watch?v=dqqYpDg0rn8

 

 

 

#Fastentag5 – Vom äußeren ins innere Loslassen

Daß man beim Fasten auf körperliche Ebene ganz viel loslassen und verlieren kann (Gewicht, Schlacken, Säure, überschüssiges Fett, jede Menge körperlicher Beschwerden) ist inzwischen wahrscheinlich hinlänglich bekannt – viel weniger präsent ist den meisten Menschen aber, was für einen grandiosen Zugang das Fasten zum inneren Loslassen bietet.

Wie ich am ersten Fastentag schon erwähnte, ist Essen ein großer Kompensator und „Unterdrücker“ – der Volksmund spricht nicht umsonst davon, daß man z.B. seine Wut „herunterschluckt“.
Wenn wir keine Nahrung mehr zu uns nehmen, haben wir einen viel direkteren Zugang zu unseren Emotionen und zu unserem Unterbewusstsein. Das macht sich u.a. dadurch bemerkbar, daß wir während des Fastens intensiver träumen – und daß unsere innere Stimme deutlich lauter ist als sonst.

Es ist kein Zufall, daß ich die größten und wichtigsten Entscheidungen meines Lebens (z.B. die Ausbildung zur Heilpraktikerin zu machen und zu heiraten) immer während oder kurz nach dem Fasten getroffen habe. Denn es ist, als würden beim Fasten die überflüssigen Dinge beiseitegeschoben werden, die einem sonst die Sicht auf die Dinge versperren – plötzlich sieht man alles ganz klar.
Wenn man also möchte, kann man die Fastenzeit perfekt zur Selbsterforschung, zum Lösen von Konflikten und alten Mustern, oder zum Klarwerden über Entscheidungen nutzen – alles wird viel leichter von der Hand gehen als sonst.

Unterstützen kann an diesen Prozess ganz hervorragend, wenn man viel Zeit allein mit sich in Ruhe und Stille verbringt. Denn auch wenn die innere Stimme beim Fasten viel lauter ist als sonst, kann man sie mit einem ausreichend hohen (inneren) Lärmpegel natürlich trotzdem übertönen. Ob man nun einfach nur alleine spazieren geht und sich mal wieder ausgiebig mit sich selbst unterhält („Wie geht es dir? Was beschäftig dich? Was brauchst du, was würde dir gut tun, was ist es was dir so weh tut gerade?“), oder schreibt oder meditiert: Wann immer wir bewusst Zeit mit uns selbst verbringen, werden wir auf Antworten stoßen, die uns im Alltag verborgen bleiben.

Dabei gibt es unterschiedliche Einstige: Manchmal nimmt man ein Thema mit ins Fasten was einen eh schon lange beschäftigt, manchmal ergibt sich ganz plötzlich eine Situation oder eine Fragestellung, die man vorher gar nicht so aufm Schirm hatte – so war es diesmal bei mir. Und als dritte Variante kann man auch einfach ganz offen und frei eine Fastenmeditation machen, und einfach schauen welches Thema an die Oberfläche kommt. Und es kommt IMMER etwas hoch.

Genau so eine Meditation war es übrigens auch, bei der ich quasi zwei Kleidergrößen „weggeweint“ habe – all die Körpermasse, die sich rund um das Thema mit einem Ex-Freund manifestiert hatte, und das beim Meditieren wieder hochkam (zu meiner absoluten Überraschung, ich hätte ALLES drauf verwettet daß ich DA nun wirklich kein Thema mehr habe.^^) – und die sich lösen konnte, nachdem ich mir nochmal angeschaut habe was meine Seele mir zeigen und loswerden wollte.

Die Möglichkeit zu haben auf so einfache, schnelle und tiefe Weise an Themen zu kommen die teilweise schon Jahre und Jahrzehnte verschüttet liegen, und an meine tiefste innere Wahrheit, empfinde ich als absolutes Geschenk – und sie ist es, die das Fasten für mich (von allen Vorteilen für die Gesundheit mal abgesehen) so unendlich wertvoll machen.

#Fastentag6 – Von leeren Blättern und neuen Anfängen

Ein weiterer, riesengroßer Vorteil des Fastens ist, daß man währenddessen komplett weg von allem ist. Sei es von Kaffee, Zucker, Zigaretten, Alkohol, Fertigprodukten, Süßigkeiten, fettigen Chips, Fleisch, Cola und Limonade – alles, bei dem es uns sonst schwer fällt Maß zu halten, oder worauf wir einfach nicht verzichten können (obwohl wir wissen oder spüren daß es uns nicht gut tut), ist einmal komplett raus aus unserem System. Und das Beste daran ist: Das fällt uns weder schwer, noch vermisst unser Körper irgendetwas davon – wenn überhaupt, dann ist es nur unser Kopf. Und das ist eine riesige Chance!

Denn wenn wir uns diese Tatsache bewusst machen, können wir ganz bewusst entscheiden, auf welche Lebensmittel oder Genussgifte wir auch nach dem Fasten verzichten wollen – und es wird uns niemals leichter fallen. Aus dem „laufenden Betrieb“ plötzlich keinen oder deutlich weniger Zucker zu essen, fällt dagegen wahnsinnig schwer – weil es sich nun mal um ein Suchtmittel handelt. Nach dem Fasten ist man aber eh weg davon, und wird es folglich auch kein Verlangen mehr danach haben, wenn man es einfach weiter weglässt. Ich habe z.B. früher meinen Kaffee immer mit Zucker getrunken – nach dem Fasten habe ich den Zucker weggelassen, und der Kaffee schmeckte für mich GENAUSO gut wie vor dem Fasten.

Die Information, wie ich meinen Kaffee normalerweise trinke, war aus meinem Gehirn quasi gelöscht – darum war es mit Kaffee ohne Zucker genauso zufrieden wie früher.

Das ganze Thema „Essen“ liegt also wie ein leeres, weißes Blatt vor uns- und wir können ganz bewusst entscheiden, was nach dem Fasten darauf stehen soll, und was nicht.

Darum macht es absolut Sinn, sich schon während des Fastens zu überlegen, was und wie man danach essen möchte; sich ggf. einen Plan zu machen, Rezepte rauszusuchen (oder eine Ernährungsberatung bei mir zu buchen ), und die entsprechenden Lebensmittel schon mal einzukaufen.
Da sich der Magen beim Fasten auf seine ursprüngliche Größe verkleinert, ist man nach dem Fasten bereits nach absurd kleinen Mengen und Portionen pappsatt – und wenn man dieses Sättigungsgefühl respektiert und sich nicht überisst und den Magen wieder ausdehnt, bleibt das auch noch eine ganze Weile so.

Aus all diesen Gründen fällt es sehr leicht, auch nach dem Fasten noch weiter Gewicht zu verlieren wenn man das möchte – und zwar zufrieden und satt und glücklich.

Und da, wenn erstmal alle Konservierungs- und Farbstoffe, Süßungsmittel und anderer künstlicher Mist aus unserem System gewichen sind, auch der natürliche „Futterinstinkt“ wieder erwacht, hat man nach dem Fasten auch plötzlich keinen Heißhunger mehr auf Schokoriegel oder Chips, sondern z.B. auf Äpfel und Nüsse – ich war ausgesprochen irritiert als das das erste Mal passiert ist.

Die Chancen, die sich uns für die Zeit nach dem Fasten eröffnen, haben nochmal eine ganz eigene Qualität. Denn uns wird nichts weniger eröffnet, als eine ganz neue Beziehung zum Essen: genussvoll, entspannt, leicht, wohltuend.

 

 

#Fastentag 7 – Dankbarkeit und Vorfreude

Eine Fastenkur besteht in der Regel aus mindestens sieben reinen Fastentagen – wenn man sich gut fühlt und gesund ist, kann man aber auch problemlos noch ein paar Tage dranhängen.

Am letzten Fastentag stehen vor allem zwei Dinge im Vordergrund: Dankbarkeit und Vorfreude.

Dankbarkeit für die Tage die hinter uns liegen; für all die Einsichten und die Stärke die wir gewonnen und all das Schwere was wir loslassen konnte. Dankbarkeit für die Leichtigkeit die in uns Einzug erhalten hat, für die Freude und Zuversicht, für die gestärkte Verbindung zu uns selbst. Dankbarkeit für unseren Körper und für das Wunder, uns absolut genährt zu fühlen, ganz ohne Nahrung. Für die Erkenntnis, wie wenig und was es wirklich braucht, um innerlich satt zu werden. Dankbarkeit für die perlende Lebendigkeit in uns, die wir jetzt wieder so deutlich spüren können.

Und Vorfreude. Vorfreude auf das was vor uns liegt, den neue Anfang. Auf all die Dinge die wir jetzt wieder essen können, und die so unvergleichlich viel besser schmecken werden als vorher. Auf die Rückkehr in den Alltag, in den wir all das Neue mitnehmen das wir erfahren haben. Die Vorfreude darauf uns auszuprobieren, uns langsam rein zufinden in diese neue Stärke die wir gewonnen haben, und in die Leichtigkeit.

Wer bin ich, ohne diese alte Wut die schon ewig mit mir rumgeschleppt habe? Wer, ohne den schützenden Rettungsring um meine Hüften? Was will ich essen, wenn ich wirklich nur auf mein Gefühl höre – und wie viel? Was macht es wohl mit meinem Leben, wenn ich ab jetzt wirklich häufiger „Nein“ sage? Zu welchen Entscheidungen wird mich die neugewonnen Klarheit in mir noch führen?

Man fängt nicht nur einfach wieder an zu essen – man startet ein ganz neues Kapitel. Und das ist großartig und spannend und manchmal vielleicht auch ein klein bisschen beängstigend. Aber vor allem ist es ein riesen Geschenk, das wir uns selbst immer und immer wieder machen können.

Denn Fasten ist wie ein richtig guter Freund: Immer da wenn man ihn braucht, und auch nicht beleidigt wenn man sich mal ein paar Jahre nicht meldet. Aber je häufiger und regelmäßiger der Kontakt ist, desto leichter wird es beim nächsten Mal direkt wieder anzuknüpfen und einzusteigen; desto tiefer wird der Kontakt von Mal zu Mal, umso intensiver der Austausch und die Gespräche.

Und wie nach einem Besuch bei einem guten Freund ist an diesem letzten Fastentag auch Wehmut dabei, für dieses Mal Schluss zu machen – aber gleichzeitig bin ich auch voller Vorfreude auf meinen nächsten Besuch, erfüllt bis unters Dach und voller Lust auf meinen Alltag daheim.

Besser könnte es nicht sein, wieder einmal. Danke Fasten, du unglaubliches Geschenk.^^

 

 

 

 

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