Dem Lauf der Dinge vertrauen – Part II

Ich habe schon häufiger über dieses Thema geschrieben, aber letztlich kann man sich einfach nicht oft genug daran erinnern – weil dem Leben und dem Lauf der Dinge zu vertrauen eben nichts ist, das man nur einmal tun muss und dann nie wieder, im Gegenteil.

Wir müssen uns immer und immer und immer wieder neu dafür entscheiden – und zwar besonders dann, wenn es tausend vermeintliche Gründe gäbe, uns unserer Angst hinzugeben und in Panik zu verfallen.

 
Jedes spirituelle Wachstum, jedes seelische Loslassen, jedes emotionale Nach-Hause-Kommen ist ein Prozess, den man am ehesten mit Unkraut jäten vergleichen kann: Das muss man einfach immer und immer und immer wieder tun, weil Unkraut eben nachwächst (und meist sogar wesentlich schneller als die Blumen, die wir gerne im Garten hätten).
 
Darum hier eine kleine Auffrischung zum Wochenende – aus aktuellem Anlass und überhaupt. 🙂
 
 
Es passiert doch einfach immer wieder: Wir machen Pläne, geben uns wahnsinnig viel Mühe, investieren Zeit und Liebe und Geld und Schweiß und Herzblut und all unsere Hoffnungen – und dann laufen die Dinge einfach nicht so wie wir es uns wünschen, wie wir es uns erträumt und es geplant haben.
 
Dann kommen die Zweifel, und die Ängste; dann sind unser Kopf und unser Ego ganz schnell dabei uns zuzuflüstern: „Siehst du, das funktioniert alles nicht! Du bist einfach nicht gut genug, ich habe dir doch gleich gesagt daß das nichts wird. Du wirst scheitern und dich blamieren, und es ist sowieso alles blöd und wird nix und du solltest es einfach gleich sein lassen.“
 
Wir zweifeln an uns und unseren Fähigkeiten, aber auch an unseren Plänen und Ideen. Und wir fühlen uns unglaublich allein. Und ratlos. Und hilflos. Und sind wütend und frustriert und wahnsinnig enttäuscht. Warum funktioniert es bloß nicht so, wie wir es uns erhofft haben??
 
Meine Soforthilfe ist in solchen Situationen immer, mich daran zu erinnern daß es da draußen noch eine Macht gibt, die viel größer und klüger ist als wir – und daß die paar die Ideen, auf die unser beschränkter Verstand kommt, (zum Glück!) nun wirklich nicht das Maß der Dinge sind.^^
 
Für uns zeigen sich vielleicht nur diese oder jene fünf Möglichkeiten wie sich die Dinge entwickeln können, und dann entscheiden wir uns welche davon wir bevorzugen und welche wir ablehnen. Aber das Universum hat einen ganz anderen Überblick – und eine unbegrenzte Anzahl an Ereignissen und Ergebnissen, auf die wir nie im Leben kommen würden. 
 
Denn es hat einfach vielleicht ganz andere Dinge mit uns vor; schönere, größere, bessere, als wir es uns je erträumen könnten – und es sieht eben (wie ein Feldherr, der die große Karte mit allen Truppenbewegungen vor sich auf dem Tisch hat), warum es absolut notwendig ist, daß wir vielleicht erstmal nach links laufen – obwohl wir doch so dringend nach rechts wollen.
 
Aber wir selbst können eben nur von hier bis zur nächsten Ecke gucken, und sehen nicht was dahinter ist – und das macht es für uns so frustig. Aber das bedeutet eben noch lange nicht, daß wir auf dem falschen Weg sind.
 
Und was wir tun können, ist uns zu entscheiden: Vertraue ich dem Universum und dem Lauf der Dinge? Vertraue ich darauf, daß das Universum mich liebt und nur das Schönste und Größte für mich will, und darum alles so richtet wie es zu meinem absolut besten ist?
 
Wenn wir uns dafür entscheiden, dann werden wir mit der absolut tiefen und unerschütterlichen Sicherheit belohnt, daß wir immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind – genau dort wo wir jetzt stehen, und mit allen Umständen die die Situation mit sich bringt.
 
(Das entbindet uns natürlich nicht davon, unsere Schritte zu gehen und unser Bestes zu geben! Es heißt nicht umsonst: „Ich tue meinen Teil, wenn du deinen tust“…  Aber wenn wir unseren Teil getan, und wissen daß wir unser Bestes gegeben haben – dann reicht es auch. Der Rest ist Vertrauen.)
 
Und wir wissen auch einfach nie, wofür die Dinge letztlich gut sind – und wovor wir vielleicht dadurch beschützt werden, daß die Dinge anders kommen als wir sie geplant haben.
 
Vielleicht wäre die Zusammenarbeit die wir angestrebt haben absolut grauenhaft geworden – oder wir hätten keine Zeit und keine Ressourcen für einen viel tolleren Auftrag mehr, der erst noch kommt. Vielleicht wären wir in dem Job, in der Beziehung oder in der Wohnung einfach nicht glücklich geworden, und das ist der Grund warum wir sie nicht bekommen. Vielleicht gibt es noch etwas für uns zu lernen dort wo wir sind, und es dauert deshalb noch ein bisschen, bis wir weiterkommen.
 
Wir können uns darüber ärgern daß wir die Bahn verpasst haben und zu spät zum Termin kommen – oder es annehmen wie es ist. Und den Gedanken zulassen, daß wir vielleicht nur deswegen nicht von einem Auto erfasst wurden auf dem Weg zu diesem Termin, weil wir ein paar Minuten später dran waren als geplant.
 
Und wenn uns das gelingt, dann können wir uns endlich wieder entspannen. Wenn wir wissen, daß wir alles getan haben was in unserer Macht steht – dann brauchen wir uns nicht mehr über die Dinge aufregen, auf die wir keinen Einfluss haben. Das ist verschwendete Energie und führt zu nichts.
 
Und klar- auch unsere Blockaden und Ängste können dazu führen daß sich Schwierigkeiten und Hindernisse manifestieren, wo wir uns Erfolg und Fülle wünschen. Aber an denen können wir arbeiten, und innerlich offen dafür sein, Verantwortung für sie zu übernehmen. Das gehört auch zu „unseren Teil tun“ – und wenn wir ihn tun, ist alles gut.
 

Mehr geht nicht, und mehr ist auch nicht nötig. Weil sowieso alles gut ist, und wir voll im Lehrplan sind. Weil wir reichen, mit dem was wir sind und was wir tun – und weil wir nicht allein sind, wenn wir uns erlauben uns anzuvertrauen – mit all unseren Plänen und Wünschen und Hoffnungen, und all unseren Ängsten.

Alles Liebe und bis bald
Inga

 


 

 

Pssst... Du kennst jemanden der davon wissen sollte? Dann teile es gern und erzähle es weiter! 🙂

2 thoughts on “Dem Lauf der Dinge vertrauen – Part II

  1. Christina Grimm says:

    Vielen herzlichen Dank, liebe Inga, für diesen Blogeintrag!! Ich habe ihn unter Favoriten gespeichert und werde ihn wenn immer nötig hervor holen, um mich daran zu erinnern, um was es geht, wenn’s wie heute mal scheinbar nicht nach Plan läuft, nur weil ich möglicherweise das grosse Ganze nicht sehen kann.

    • IngaAhrens says:

      Liebe Christina, wie schön! <3

      Eine Erinnerung zur rechten Zeit kann wirklich Gold wert sein - und ich freue mich sehr sehr sehr daß dieser Artikel für Dich so ein Reminder ist. <3

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